Catering von der Schmeckerei

ANNA MARIA STREICHER

Das Wunderkind AUS AUGSBURG

Mein Name ist Anna Maria Streicher, Tochter von Johann Andreas Stein, der als einer der bedeutendsten Klavierbauer Europas galt. Ich wuchs in Augsburg am oberen Ende der Maximilianstraße, dem heutigen Ulrichsplatz auf. Im Erdgeschoss unseres Wohnhauses befand sich die berühmte Werkstatt meines Vaters. Dieser erkannte schon früh mein Talent, nicht nur eine hervorragende Klavierspielerin sondern auch eine begabte Klavierbauerin zu sein und er bildete mich zu einer herausragenden Instrumentenbauerin aus. Sich als Frau in dieser Rolle wiederzufinden war sehr ungewöhnlich zur damaligen Zeit. Aber ungewöhnlich war mein ganzes Leben. Schließlich fungierte ich bereits mit 8 Jahren bei Geschäftsreisen in das schöne Wien als Verkaufsberaterin. Wissen Sie, wer Kunde unserer Werkstatt war? Kein Geringerer als Leopold Mozart, der für seine Kinder Wolfgang Amadeus und Nannerl Klaviere kaufte.

Übernahme der Firma und Umzug nach Wien

1972 starb mein Vater und ich übernahm zusammen mit meinen Brüdern das väterliche Geschäft. Ein Jahr später heiratete ich meinen Mann Andreas Streicher, der Pianist und Musiklehrer war, und beschloss das Geschäft 1794 nach Wien zu verlegen, denn Wien war die Musikhauptstadt schlechthin.

Meine Selbständigkeit

Schon kurz nach dem Umzug konnten unsere Klaviere mit denen des damaligen Marktführers mithalten. Auch Ludwig van Beethoven, mit dem ich seit 1787 eine enge Freundschaft pflegte, war begeistert von der Qualität unserer Instrumente.

1802 trennten sich die Wege von mir und meinem Bruder und ich führte als alleinige Inhaberin mein Unternehmen “Nannette Streicher neé Stein”- ohne meinen Mann einzubeziehen oder ihn gar als Inhaber, Vormund oder Teilhaber mit an Bord zu haben. Nein, dieser war Angestellter- eine weitere Ungewöhnlichkeit, aber dies bestimmte ja bekanntermaßen mein ganzes Leben.

Gruselfaktor

Ein weiteres meiner Talente waren Übersetzungsarbeiten aus dem Französischen. Für den Schädelforscher Franz Joseph Gall, der in ganz Europa mit seinen Vorlesungen für Sensation und Furore sorgte, leistete ich Übersetzungsarbeit. Aus der Faszination für die Arbeit Galls entstand das Problem, dass Gräber wieder heimlich geöffnet wurden und eine makabere Souvenirjagd auf Leichenteile entstand.

Tod

Ich starb 1833 und nach meinem Tod bekam ich ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof, wie auch meine Freunde Beethoven, Schubert und Strauss.

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