Catering von der Schmeckerei

JOSEPH MAXIMILLIAN VON LÜTGENDORF

Der große Traum

Mein Name ist Joseph Maximilian Freiherr von Lütgendorf. Ich wurde an der Kadettschule in München ausgebildet und war Hofrat des Fürsten von Thurn und Taxis in Regensburg. Mein großer Traum war es, der erste berühmte deutsche Luftsegler zu werden und dem französischen Luftfahrtpionier Jean-Pierre Blanchard nachzueifern. In Augsburg fand ich interessiertes und sich nach Unterhaltung sehnendes Publikum vor und der Stadtrat sicherte mir seine Unterstützung für mein Projekt zu: mit einem Ballon von Augsburg nach Regensburg zu fliegen.

Die Werbemaschinerie in vollem Gang

Im Jesuitenkollege wurde unter meiner Aufsicht die Hülle des Ballon aus feinstem französischen Taft genäht und auch die Gondel nur mit den besten Materialien bestückt: Von außen mit Leder bezogen und von innen mit rotem Stoff verkleidet, alles dekoriert mit Quasten, Fransen und Borten. Zudem war sie mit zwei goldenen Sesseln ausgestattet, die man als Ballast abwerfen konnte. In Augsburg war man berauscht von dem Erfolg, den Blanchard in Frankfurt durch seinen gelungenen Aufstieg erreicht hatte. Bereits vor dem Aufstieg zahlten Tausende Eintritt, um den Ballon in der Werkstatt der Jesuiten zu sehen. Natürlich hatte ich schon eine vollumfängliche Werbemaschinerie in Gang gesetzt, meine Porträts, Kupferstiche von meinem Ballon über den Dächern Augsburgs und Gedenkmünzen. Von Wien bis Prag, Frankfurt und Straßburg ich war bereits überall bekannt.

Erfolglose Aufstiege und besoffene Helfer

Dann musste jedoch mein großer Auftritt mehrfach verschoben werden, dass entfachte Wut und Enttäuschung unter den Bürgern. Aber es mindert nicht die Neugier auf mein Projekt immer noch zog es tausende in die Stadt, um die Vorbereitungen zu beobachten. Es wurde sogar extra ein Amphitheater errichtet für den großen Moment. Am 24.August war es dann endlich soweit mein Ballon sollte in den Augsburger Himmel steigen. Jedoch machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung und so wurde das Event verschoben auf den 26.August. Während mein französiches Vorbild alle wichtigen Handgriff selbst erledigte, deligierte ich diese. Was im Nachhinein ein Fehler war, denn die Helfer waren entweder unfähig, besoffen oder beides. Deswegen endete mein erster Versuch in einem Fiasko. Davon ließ ich mich jedoch nicht abhalten und startete am 28. August und 05.September erneut. Allerdings beide Male erfolglos.Mein Ballon oder das, was nach der Zerstörung durch ein Unwetter noch übrig war, erhielt den Spottnamen “Erdlieb”.

Vom Pech verfolgt

Nach meinem Scheitern als Luftfahrtpionier verließ ich Deutschland und siedelte nach England um. Dort kam ich zunächst zu viel Ruhm und Ansehen, meine Pechsträhne sollte sich jedoch durch mein restliches Leben ziehen. Bei einem Schiffsunglück verlor ich alles und starb völlig mittellos.

Im Ballonmuseum Gersthofen kann eine originalgetreue Nachbildung meines Erdliebs bestaunt werden.

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